Über den Verein

Der Montanhistorische Verein Österreich (MHVÖ) ist auf Initiative des Vorstandsausschusses des Bergmännischen Verbandes Österreichs (BVÖ) aus dem Geschichtsausschuss des Verbandes unter Mitwirkung von Funktionären der Eisenhütte Österreich hervorgegangen und wurde nach umfangreichen Vorarbeiten am 11. Juni 1976 in Leoben gegründet, wo er auch seinen Sitz hat.


Die Gründung des MHVÖ erfolgte zu einer Zeit, als der klassische Bergbau Österreichs zu schrumpfen begann. 1964 wurde der Glanzkohlebergbau Seegraben stillgelegt. Ende der 70-er Jahre erfolgte die Schließung der Erzbergbaue Hüttenberg und Radmer, sowie des größten österreichischen Kohlebergbaues Fohnsdorf. Diese rückläufige Entwicklung des österreichischen Bergbaues setzte Aktivitäten auf dem Gebiete der Montangeschichte in Gang, zumal aus vorangegangenen Erfahrungen hervorging, dass bei Betriebsschließungen sehr viele wertvolle Aufzeichnungen und Archivbestände verloren gegangen waren.
Andererseits war diese Zeit durch einen enormen technischen Fortschritt gekennzeichnet, den auch das Österreichische Montanwesen maßgeblich mitbestimmt hat. Von den Pionierleistungen auf dem Sektor Hüttentechnik sei hier nur beispielhaft die Entwicklung des LD-Verfahrens zur Stahlherstellung erwähnt. Der Montanhistorische Verein hat statutengemäß den Zweck, die Erhaltung berg- und hüttenmännischen Kulturgutes in Österreich zu fördern. Eine Realisierung dieses Zieles wird durch Verbreitung einer bereits vorhandenen Basis und zweckmäßigen Koordination verschiedener Aktivitäten ermöglicht.

In Anerkennung seiner Leistung auf dem Gebiet der Montangeschichte wurde dem MONTANHISTORISCHEN VEREIN ÖSTERREICH von der Steiermärkischen Landesregierung 1989 der HANNS KOREN - KULTURPREIS verliehen.

Zu Beginn des Jahres 1991 ist das erste Heft der vereinseigenen Fachzeitschrift "res montanarum" unter der Schriftleitung von Vizepräsident Min.-Rat Professor Dipl.-Ing. Mag. Jur. Alfred WEISS erschienen. Es ist besonders erfreulich, dass "res montanarum" nach kurzer Zeit des Erscheinens - jährlich werden mindestens zwei Hefte publiziert - durch die qualitätsvollen, wissenschaftlichen Beiträgen und die Gestaltung in ansprechender Form im In- und Ausland allgemeine Anerkennung gefunden hat. Der Verein bemüht sich darüber hinaus, durch Fachtagungen und Exkursionen in verschiedenen Bundesländern Österreichs und Nachbarländern das reiche Kulturgut auf dem Gebiet des Berg- und Hüttenwesens einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Berichte über das Vereinsgeschehen, Veranstaltungen, Leserbriefe, Personalnachrichten, usw. werden in den Vereinsnachrichten "MHVÖ-Aktuell" gebracht, welches nach Möglichkeit dem "res montanarum" beigelegt wird.

Der Montanhistorische Verein Österreich sieht sich einer großen Fülle noch zu bewältigender Aufgaben im Bereich der Montankultur und der Geschichte des Berg- und Hüttenwesens gegenüber, die nur durch Idealisten in uneigennütziger und selbstloser Weise bewerkstelligt werden können. Mit einer sinnvollen Symbiose von Montankultur und Tourismus haben die Aktivitäten des MHVÖ letztlich auch eine wirtschaftliche Funktion und Bedeutung.

Die Aktivitäten um die Erfassung der Geschichte des gesamten Montanwesens unseres Landes sind es wert, durch Öffentlichkeit und Privatpersonen unterstützt zu werden. Der MONTANHISTORISCHE VEREIN ÖSTERREICH möchte daher breiteste Kreise zur aktiven und unterstützenden Mitgliedschaft einladen.